Der Trutzsch Berg in Nickern

Der Trutzsch Berg in Nickern
Der Trutzsch

Bei Nickern (Ortsteil von Dresden, Stadtbezirk Prohlis, nordwestlich von Lockwitz) liegt ein 200 Meter hoher Berg, mit dem Namen “Der Trutzsch”.  Hier bietet sich dem Betrachter ein schönes Panorama des Dresdner Elbtales. Links kann  man die Dresdener Innenstadt sehen, direkt davor Prohlis mit seinen Wohnblöcken, dahinter die ElbhĂ€nge mit dem Fernsehturm und weiter rechts das Borsberggebiet mit den Pillnitzer Weinbergen. Bei schönem Wetter sieht man im Osten die SĂ€chsische Schweiz.

Romantischer Insidertipp

Wer mal etwas romantisches unternehmen möchte, könnte z.B. einen Ausflug zum Trutzsch machen. Der Trutzsch wird oft als Insidertipp fĂŒr eine romantische Nacht unter dem Sternenhimmel empfohlen, weil man von dort eine fantastische Aussicht auf Dresden hat. Da dieser Ort etwas versteckt ist, könnten sie unter UmstĂ€nden dort sogar allein sein.

Oben angekommen haben Sie absolute Ruhe, einen schönen Blick auf die Stadt und unzĂ€hlige Sterne ĂŒber sich. Um ein wenig Licht und eine romantischere AtmosphĂ€re zu haben, könnten  sie eine kleine Fackel oder Kerzen mitbringen. Es gibt dort oben keine Gelegenheit zum sitzen ausser auf dem Boden. Das mitbringen von CampingstĂŒhlen oder einer Decke, wĂ€re nicht der schlechteste Tipp.

Die Adresse fĂŒr das Navi ist Wittgensdorferstr. 30 01257 Dresden. 

Gehen sie bis zum Wendepunkt der Straße und dann den kleinen Weg hoch, der sich links neben dem Vereinshaus befindet. Ca. 100m dann sehen sie den kleinen Berg.

Trutzsch Aussicht von Nickern
Trutzsch Aussicht von Nickern

Entstehung des Trutzsch

Vor ungefĂ€hr 95 Millionen Jahren lagerte ein kreidezeitliches Meer hier Kalksandstein (PlĂ€ner) und Sandstein ab, welche die Basis der Erhebung bilden. Die mĂ€chtigen Gletscher, die vor 350 000 Jahren (Ă€ltere Elster-Eiszeit) die Nordhalbkugel bedeckten, hinterließen beim Abschmelzen Kiese, Sande und Lehmlinsen der markanten GrundmorĂ€ne. Als oberstes Substrat wurde am Ende der letzten Eiszeit eine aus Gesteinsstaub bestehende Lössdecke aufgeweht.

In den höheren Regionen im SĂŒdosten von Dresden besteht der Boden vielfach aus Materialien der Kreidezeit, die durch Sedimentation entstanden waren. Am Trutzsch, einem sanften HĂŒgel westlich von Lockwitz, steht sogenannter Labiatus-PlĂ€ner in einer mehr als 10 m dicken Schicht. Der Lockwitzer Burgberg ragte (ebenso wie der Hohe Stein in Dresden-Plauen) als Klippe aus dem kreidezeitlichen Meer heraus. Die Ablagerungen wurden unter anderem in den Ziegeleigruben von Torna abgebaut.

Trutzsch Tafel
Trutzsch Tafel

Alter Postweg Dresden

Die heutige Straße mit dem Namen Alter Postweg, ist Teil einer frĂŒheren historischen Postroute, die von Dresden ĂŒber Nickern und Babisnau nach Böhmen fĂŒhrte. Der Weg beginnt in Altnickern und fĂŒhrt von dort unterhalb von Trutzsch nach Sobrigau. Nach 1945 wurde dieser durch das KasernengelĂ€nde unterbrochen und erst 1995 als Wanderweg wieder ausgebaut. Eine historische SĂ€ule an der Kreuzung des Hohlweges “Hohles Tor” in Richtung Lockwitz erinnert an die alte Nutzung. In den 1990er Jahren wurden auf dem ehemaligen KasernengelĂ€nde moderne ReihenhĂ€user gebaut.

Blick auf den Fernsehturm Dresden
Blick auf den Fernsehturm Dresden

Der Trutzsch in der Geschichte

Als 1939 auf dem Trutzschplateau ein Exerzierplatz angelegt wurde, fand man UrnengrĂ€ber aus dem Jahr 130.200 vor Christus. Chr. Vier dieser GrĂ€ber stammen aus der jĂŒngsten Bronzezeit (130.750 v. Chr.). Zu dieser Zeit war die Pflege des Verstorbenen neu, Begleitet von einem aufwĂ€ndigen Ritual wurden die Toten auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ihre Asche wurde in Urnen gelegt, umgeben von anderen BehĂ€ltern und Geschirr. Zu dieser Zeit wurden verschiedene neue EinflĂŒsse sichtbar, die starke Nachfrage nach Kupfer und Zinn hat nun die Handelsströme in Europa geprĂ€gt. Vermutlich lebten die Menschen, die hier ihre letzte RuhestĂ€tte fanden, in Siedlungen am Hang von Lockwitz oder auf beiden Seiten der Fritz-Meinhardt-Straße.

WĂ€hrend der Eisenzeit wurden diese Traditionen ursprĂŒnglich in einer etwas anderen Form bewahrt. Aufgrund der besseren VerfĂŒgbarkeit von Eisen haben frĂŒhere GeschĂ€ftskontakte an Bedeutung verloren. Bestattungen sind auch viel einfacher als in frĂŒheren Jahrhunderten. Zwei einfache UrnengrĂ€ber aus den Jahren 500-300 v. Ch. zeugen davon, die auch auf dem Gipfelplateau von Trutzsch entdeckt wurden.

Der Kontakt zu den keltischen StÀmmen Böhmens wird durch einen sehr stromlinienförmigen Bronze-Armring belegt, der sich nur 500 Meter westlich der GrÀber befindet. Der Trutzsch verdankt seinen Namen den slawischen Siedlern, die zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert in die Ausdehnung des Elbtals eingewandert sind. Es ist denkbar, dass sich der Name auf die Wasserburg im Bereich des Nickerner Schlosses bezieht.

Der Trutzsch von vorn

Mit Bus und Bahn zum Trutzsch

Du fragst dich, wie du in Dresden zu der Helena-Rott-Straße und somit zu einer dem Trutzsch nahe gelegenen Haltestelle kommst? Du kannst Helena-Rott-Straße mit dem Bus oder der S-Bahn erreichen. Diese Linien fahren die Haltestelle an:

  • (Bus) Linie 66
  • (Bahn) S1

Mit Auto oder Fahrrad zum Trutzsch

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