Zschoner Mühle einzig funktionierende Wassermühle von Dresden

Mühlenrad Wasserrad Zschoner Mühle

Zschoner Grund & Zschonerbach

Westlich von Dresden liegt ein sehr reizvolles Landschaftsschutzgebiet, der Zschoner Grund. Er hat seinen Namen vom Zschonerbach, der zwischen dem Dresdner Ortsteil Zöllmen bis nach Kemnitz auf einer Länge von über 10 Kilometern ein malerisches Tal durchfließt. In diesem Tal gab es früher einmal drei Wassermühlen: die Weltemühle, die Zschoner Mühle und die Schulzenmühle. Aus der ehemals sehr verfallenen Weltemühle wurde im Jahr 2012 ein Hotel und die Schulzenmühle ist eine Gaststätte. Einzig die Zschoner Mühle funktioniert immer noch (bzw. wieder) als Wassermühle und ist damit die einzige Wassermühle Dresdens. Gleichzeitig ist sie auch Museum, Kulturstätte und eine sehr beliebte Gaststätte.

Müller Gregor Götze

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Erbaut wurde die Zschoner Mühle wahrscheinlich im 15.Jahrhundert. Eine Jahreszahl ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass Anno 1570 der damalige Müller Gregor Götze angab, die Mühle wäre seit etwa 150 Jahren im Besitz der Familie seiner Frau. So kommt man auf ein Baujahr um 1420 herum. Anfang des 18.Jahrhunderts vernichtete vermutlich ein Brand die alte Mühle, sie wurde jedenfalls 1730 wieder neu aufgebaut. Der Mahlbetrieb wurde 1917 eingestellt, nun diente die Zschoner Mühle bis zum 2.Weltkrieg als Ausflugsrestaurant. Danach verfiel sie zusehends und erst mit dem Tod des letzten Mühlenbesitzers in den 1980 er Jahren begannen Sicherungsmaßnahmen um die immer alte Mühle zu retten. Nach der denkmalgerechten Rekonstruktion der alten Bausubstanz wurde 1991 ein neues Mühlrad eingesetzt und 1994 das gesamte Mahlwerk wieder in Betrieb genommen.

Führungen & Eventgastronomie

Restaurant Zschorner Mühle

Heute werden in der Zschoner Mühle sehr interessante Führungen durchgeführt, bei denen nicht nur die Funktionen einen Wassermühle genau erklärt werden, sondern die Besucher auch auf unterhaltsamste Weise Wissen über alte Mühlentechnik und die Region sammeln können. Darüber hinaus befindet sich auf dem Anwesen ein Restaurant mit 110 Plätzen in vier stilvollen Gasträumen sowie ein gemütlicher Biergarten mit 120 Sitzplätzen. Die Küche ist gutbürgerlich sächsisch aber auch international. Oftmals stehen auch alte regionale Gerichte, die fast in Vergessenheit geraten sind, auf der Speisekarte. So gibt es zum Beispiel im Frühjahr frische Brennesselsuppe und im Herbst Kürbis-Gerichte. In der alten Scheune des Vierseitenhofes befindet sich heute eine Kleinkunstbühne. An Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien gibt es hier Puppenspiel-Vorführungen, Kino und manchmal auch Konzerte. Auch beim Brotbacken und  Fischräuchern kann man zusehen oder sogar mithelfen.

Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit

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Die Zschoner Mühle ist zu jeder Jahreszeit ein schönes Ziel für einen Ausflug. Im Frühjahr locken die ersten warmen Sonnenstrahlen zum Spaziergang, im Sommer ist es im Zschoner Grund schön kühl, im Herbst bezaubert das Farbenspiel des Laubwaldes und im Winter gibt es verschiedene Gelegenheiten an umgebenden Hängen zu rodeln.

Anfahrt zur Mühle

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Zschoner Mühle zu gelangen. Mit dem Auto erreicht man sie, indem man der Warthaer Straße bis zum Abzweig “Am Steinigt” folgt und dann in den Zschoner Grund hinab fährt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich die Buslinie 92 an. Man fährt bis zur Endhaltestelle Ockerwitz. Von dort führt ein Fußweg in rund 10 Minuten direkt hinunter zur Zschoner Mühle. Außerdem kann man auch mit der Buslinie 94 Richtung Niederwartha bis zur Haltestelle Zschoner Grund fahren und erreicht durch den Zschoner Grund nach etwa 2.5 Kilometern die Zschoner Mühle.

Das ereignisreiche Mühlenbuch

Das ereignisreiche MühlenbuchBroschiertes BuchWasser- und Windmühlen dienten dem Menschen über Jahrhunderte als wichtigste Arbeitsmaschinen zur Unterstützung seiner handwerklichen Tätigkeiten. Erst mit der Einführung der Dampfmaschine, Gas- und später den Elektromotoren verlor das Wasser als direkte Antriebskraft für die Mühlen an Bedeutung. Die deutschen Mühlenstraßen vermitteln heute mitunter ei mitunter einen verklärenden Eindruck einer vergangenen romantischen Zeit, in der die Mühlen geruhsam klapperten. Die häufig liebevoll restaurierten Mühlen lassen leicht vergessen, wie schwer und wechselvoll der Müllerberuf war und welch riskante Investition manche Mühle darstellte. Seltsame, oft düstere Geschichten, Sagen und Märchen ranken sich um das Mühlenwesen. Bilder aus längst vergangenen Zeiten bis heute illustrieren das Mühlenwesen bis in die Gegenwart. Der Blick geht über den Hamelner Raum hinaus. Auch das Wesergebiet oberhalb und unterhalb Hamelns findet hier und da seinen Niederschlag.

Bilder von der Zschoner Mühle


Über DresdenAusflug 93 Artikel
Mein Name ist Andreas Fiedler und ich bin in der Region Dresden zu Hause. An den Wochenenden bin ich oft unterwegs um Neues zu entdecken. Da ich gut mit der Kamera umgehen kann, erstelle ich mein Bildmaterial selbst.
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